Präsentation & Interaktion – 8 Möglichkeiten, um mit Ihrem Publikum zu interagieren

Kennen Sie auch diese langweiligen Präsentationen, bei denen der Redner gefühlt stundenlang einen Monolog hält? Sie fangen an auf die Uhr zu schauen, ein leichtes Gähnen kommt zum Vorschein und als Ergebnis behalten Sie nichts von dem Gesagten des Redners im Kopf. Doch was passiert, wenn Sie mal auf der Bühne stehen und einen Vortrag halten müssen? Wie schaffen Sie es, dass Ihr Publikum Ihnen aufmerksam zuhört und nicht in dem Sessel einschläft?

Eine der besten Möglichkeiten, Ihr Publikum dazu zu bringen Ihnen aufmerksam zuzuhören, ist ihnen das Gefühl zu geben ein Teil Ihrer Geschichte zu sein. Eine Methode, um Ihr Publikum an Ihrer Präsentation beteiligen zu lassen, heißt Interaktion und im Folgenden zeige ich Ihnen 8 Tipps, um mit Ihrem Publikum zu interagieren.

Wie bauen Sie eine Interaktion mit Ihrem Publikum auf?

1. Stellen Sie (rhetorische) Fragen

Fragen sind die einfachste und häufigste Methode, um mit Ihrem Publikum zu interagieren. Fragen bringen Menschen zum Nachdenken. Und wenn Sie während Ihrer Präsentation Fragen zu Ihrem Thema stellen, erreichen Sie damit, dass Ihr Publikum Ihnen nicht nur passiv zuhört, sondern auch aktiv an Ihrer Thematik beteiligt ist.

Stellen Sie bereits am Anfang Ihrer Präsentation Fragen an Ihr Publikum. Am einfachsten sind die Fragen, die eine bestimmte Tätigkeit oder ein bestimmtes Ereignis beschreiben z.B. „Heben Sie die Hand, wenn Sie schon einmal…“ Wieso es sich lohnt vor allem am Anfang Ihrer Präsentation Fragen zu stellen? Die Antwort ist leicht und gleichzeitig ernüchternd: eine im Jahr 2016 veröffentlichte Studie zeigt, dass die allgemeine Aufmerksamkeitsspanne der Menschen 8 Sekunden lang ist. Im Jahr 2000 waren es noch zwölf! Als Vergleich – die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches beträgt 9 Sekunden. 

Wenn Sie also eine Frage bereits am Anfang stellen, lösen Sie eine Interaktion aus und stellen eine kleine, unmittelbare Verbindung mit dem Publikum her.

Eine Alternative zu normalen Fragen stellen die Online-Fragen an Ihr Publikum. So können Sie beispielsweise ein Tool wie Sli.do verwenden und Ihre Fragen & Antworten in Echtzeit auf Ihren Präsentationsfolien einblenden.

Warten Sie nicht bis nach Ihrer Präsentation, um ihre Fragen zu stellen bzw. die Fragen des Publikums zu beantworten. Legen Sie innerhalb Ihres Vortrags Zeiten fest, zu denen Sie Fragen der Teilnehmer sammeln und beantworten können.

2. Erzählen Sie einen Witz

Eine andere Möglichkeit eine Verbindung mit Ihrem Publikum herzustellen, ist einen Witz zu erzählen. Ein für den Präsentationsanlass angemessener Witz kann das Eis zwischen Ihnen und Ihrem Publikum brechen. Ein Witz fordert Ihr Publikum dazu auf, entweder eine Frage zu beantworten oder löst (hoffentlich) Gelächter aus.

Eine Studie des Journal of Personality and Social Psychology aus dem Jahr 2016 zeigt, dass die Verwendung von Humor die Wahrnehmung eines Menschen in einem professionellen Umfeld verbessert. Versuchen Sie also, (solange es angemessen ist) Ihre Zuhörer zum Lachen zu bringen, und Sie werden mehr Sympathie und Aufmerksamkeit bekommen.

Mein Tipp: Holen Sie sich vorab Feedback, was Ihren Humor angeht, denn mit einem schlechten Witz verlieren Sie die Chance, die Aufmerksamkeit und das Vertrauen Ihres Publikums zu gewinnen.

3. Bauen Sie eine Umfrage ein

Umfragen zu stellen ist eine der besten Möglichkeiten, um mit Ihrem Publikum zu interagieren. Sie veranlassen die Menschen dazu, kritisch und intensiv über die von Ihnen erzählte Thematik nachzudenken und sorgen dafür, dass die Zuhörer ihre Meinung mitteilen können.

Versuchen Sie beim nächsten Mal, anstatt einer klassischen Umfrage, bei der Ihre Zuhörer z.B. die Hand heben müssen, ein Tool zu nutzen, dass Umfragen und deren Auswertung in Echtzeit ermöglicht. Blenden Sie eine Frage ein und bitten Sie Ihr Publikum sich über einen Link oder einen QR-Code bei Ihrem Umfrage-Tool die Frage zu beantworten. Es gibt viele Umfrage-Tools, mit denen Sie Antworten sammeln können, beispielsweise TEDME, SlideLizard, Mentimeter oder Polleverywhere.com. Unabhängig von Ihrem Tool, schaffen Sie durch Echtzeit-Umfragen Ihre Präsentationen interaktiver zu gestalten.

4. Bringen Sie Ihr Publikum dazu, Ihnen nachzusprechen

Eine Möglichkeit Botschaften einprägsam zu vermitteln, kennt jeder von uns bereits seit der Grundschule. Es mag vielleicht banal klingen, doch wenn Sie Ihr Publikum dazu bringen Ihnen nachzusprechen, schaffen Sie nicht nur eine Interaktion mit Ihrem Publikum, sondern sorgen dafür, dass Ihre Botschaften einprägsamer werden. Keynote Speaker, wie Tobias Beck oder Business & Life Coach, Tony Robbins nutzen diese Methode, um mit ihren Zuhörern zu interagieren und ihre Botschaften einprägsam zu vermitteln.

Das Wiederholen von Botschaften erhöht die Fähigkeit eines Menschen Informationen aufzunehmen und sich an diese zu erinnern. Wenn Sie also Ihr Publikum bitten, wichtige Fakten und Aussagen aus Ihrer Präsentation zu wiederholen, erhöht es Ihre Chance in Erinnerung zu bleiben.

5. Teilen Sie Ihre Präsentationsfolien mit Ihrem Publikum

Präsentationsfolien helfen Ihnen Ihre Botschaften zu visualisieren. Sie unterstützen Ihren Vortrag, vermitteln eine Story und sorgen bei Ihrem Publikum für Emotionen.

Sie können Ihrem Publikum einen näheren Blick in Ihre Slides verschaffen, indem Sie sie direkt auf die mobilen Endgeräte Ihrer Zuhörer transferieren. Besonders vorteilhaft ist es, wenn Sie einen relativ kleinen Bildschirm verglichen zu der Menge an Menschen in Ihrem Publikum haben. Oder wenn Ihre Präsentation gleich in mehreren Sälen gestreamt wird. Mit einem Tool wie Beamium schaffen Sie es Ihre Präsentationsfolien mit Ihrem Publikum in Echtzeit zu teilen und diese parallel zu Ihrem Vortrag zu steuern. Somit können die Menschen in Ihrem Publikum Ihnen weiterhin zuhören und haben gleichzeitig einen genaueren Blick auf Ihre Präsentationsfolien.

6. Bringen Sie Ihr Publikum dazu, aktiv zu sein

Eine Präsentation muss nicht gleichzeitig ein Monolog sein. Sie können die Leute in Ihrem Publikum dazu bringen, durch körperliche Aktivitäten zu interagieren.

Zum Beispiel können Sie die Zuhörer dazu auffordern, aufzustehen, sich ggf. zusammenzuschließen und ihnen dann 5 Minuten Zeit geben, um eine Übung durchzuführen. Diese Übung könnte z.B. dazu dienen die Menschen in Ihrem Publikum kennenzulernen. Oder dafür zu sorgen, dass Menschen wieder „wach“ sind und sich auf Ihren anschließenden Vortrag konzentrieren können. Es könnten auch Übungen sein, die Sie z.B. in einem Workshop anwenden, um bestimmtes Wissen oder Fertigkeiten vermitteln zu wollen. Unabhängig von Ihrer Methode, schaffen Sie somit, dass Ihre Zuhörer Ihnen ihre Aufmerksamkeit schenken und sich anschließend auf Ihren Vortrag konzentrieren können.

7. Gegenstände und Handouts

Das Verteilen von physischen Gegenständen ist eine weitere Möglichkeit, um mit Ihren Zuhörern zu interagieren.

Sie können Prototypen Ihres Produktes, Gegenstände, die zu Ihrem Thema passen oder einfach nur Handouts im Anschluss an Ihren Vortrag verteilen. Somit haben die Menschen in Ihrem Publikum Sie nicht nur audiovisuell, sondern auch haptisch wahrgenommen und werden Sie dadurch umso eher in Erinnerung behalten. Im Falle eines Handouts haben Ihre Zuhörer sogar die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt Ihre Inhalte zu wiederholen und sich für Ihr Thema erneut zu begeistern.

8. Lassen Sie Ihrer Fantasie den freien Raum

Gehen Sie einen Schritt weiter und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Raum. Zusätzlich zu meinen Tipps, liegt es an Ihnen, wie Sie die Interaktion mit Ihrem Publikum gestalten. Ihr Ziel ist es, Ihrem Publikum das Gefühl zu geben, an etwas teilzunehmen. Sprechen Sie alle Sinne an – auditiv, visuell und haptisch. Ausgehend von dem Anlass Ihrer Präsentation, können Sie ebenfalls den Geruchs- und den Geschmackssinn Ihres Publikums ansprechen. Spätestens nach so einer Vorstellung werden die Menschen Ihre Präsentation in Erinnerung behalten. Probieren Sie aus, was am besten zu Ihnen passt!